
Der Brailtunnel I liegt auf der Strecke Zuoz–Zernez im Engadin, 895 Meter lang, gebaut 1913. Bis 2030 wird er von Grund auf erneuert. Das Innenleben — die gesamte Auskleidung — kommt aus Sachseln/Giswil.
Wir fertigen 586 Ringe. Jeder Ring besteht aus sieben Teilen: einem First von 4'750 Kilogramm, zwei Ulmen zu je 2'550, zwei Paramenten zu je 3'900 bis 4'750 Kilogramm und zwei Sockelelementen zu je 880 Kilogramm. Das ergibt 4'102 Elemente und 12'373 Tonnen Beton. Letzte Woche haben wir mit dem Betonieren des ersten Rings begonnen.
Ein Tunnelring verzeiht nichts. Er muss auf den Millimeter passen, weil er im Berg an einem Stück versetzt wird und dort kein Platz für Korrekturen bleibt. Vier Jahre lang muss jeder Ring dem ersten gleichen — dieselbe Geometrie, dieselbe Oberfläche, dieselbe Qualität.
Die Bilder des fertigen Bauwerks stammen nicht aus Brail — dort wird erst gebaut. Sie zeigen den Glatscherastunnel: 334 Meter, erneuert 2014/2015, ebenfalls für die Rhätische Bahn und ebenfalls aus unserem Werk. Ein sehr ähnliches Projekt, und damit ein guter Vorgeschmack darauf, wie Brail in einigen Jahren aussehen wird.
Fotos: Referenzprojekt Glatscherastunnel, 334 m, 2014/2015, © Andrea Badrutt / Fanger Elementtechnik AG

