Geschichte

85+ Jahre am Bau.

Vom Maurerbetrieb in Sachseln zum Schweizer Spezialisten für Beton-Elementtechnik — eine Familiengeschichte in drei Generationen.

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«Nichts ist beständiger als der Wandel.»

Fredy Fanger-Reinhard, 2015

Der Anfang · 1918

Der Gründer.

Paul Fanger-von Moos
Firmengründer
Paul Fanger-von Moos
1918 — 1983
Irène Fanger-von Moos
Mitgründerin
Irène Fanger-von Moos
1919 — 1996

Geschäftspartnerin der ersten Stunde — verantwortlich für die gesamte Administration.

Paul Fanger wurde am 1. Februar 1918 im Haus Lehmatt in St. Niklausen oberhalb von Kerns geboren. Wie sein Vater und Grossvater erlernte er den Beruf des Maurers — und begann anschliessend, selbstständig zu arbeiten.

Während des Zweiten Weltkriegs leistete er Aktivdienst in einer Sappeur-Kompanie. In dieser Zeit heiratete er Irène von Moos aus Sachseln und zog in deren Elternhaus in Edisried. 1940 — mitten im Krieg — gründete er dort sein eigenes kleines Baugeschäft.

Mit seinem unternehmerischen Gespür erkannte er früh: Wer als Bauunternehmer überleben will, muss etwas anderes anbieten als die Konkurrenz. Er baute ein Kies- und Betonwerk, kaufte einen Schwimmbagger, investierte in Krane und in vorfabrizierte Elemente. Aus Konkurrenten wurden Kunden.

Die Kapitel

Eine Reise durch 85 Jahre.

Kapitel 01
1940
bis 1959

Anfänge in Edisried

Vom Ein-Mann-Maurerbetrieb zum Bauunternehmen mit eigenem Maschinenpark.

«PAUL FANGER-VON MOOS · ETTISRIED SACHSELN · Bauunternehmungen, Baumaterialien, Hafnerarbeiten» war die offizielle Firmenbezeichnung der 1940 gegründeten Einzelfirma. Anfänglich wurden Alphütten, Ställe und Häuser gebaut — das Arbeitsgebiet reichte schon damals bis ins Wallis.

Bereits nach drei Jahren beschäftigte die Firma 33 Mitarbeiter. Irène Fanger-von Moos führte die gesamte Administration und stand ihrem Mann bei Baustellenbesuchen und Geschäftsreisen zur Seite. 1953 wurde der erste Lastwagen angeschafft, 1955 der erste Dragline-Bagger «10 RB», 1956 die erste Kieskonzession von der Lauiwuhrgenossenschaft erworben.

Baubeschrieb für eine Alphütte, 1943 — Stundenlohn damals: Fr. 1.20.
1955 — Der erste Dragline-Bagger «10 RB» bei Aushubarbeiten.
Bagger im Wandel der Zeit — der Wandel war nicht aufzuhalten.
1956 — Erste Kieskonzession von der Lauiwuhrgenossenschaft.
1940
Firmengründung in Edisried, Sachseln
33
Mitarbeiter bereits 1943
1956
Erste Kieskonzession (Laui)
Kapitel 02
1960
bis 1979

Kies, Beton und Krane

Das moderne Kieswerk am Sarnersee, der Werkhof Schwerzbachstrasse — und die ersten vorfabrizierten Elemente.

Um 1960 traten mit Paul Fanger jun., Ernst Fanger und Ruedi Berwert die ersten Vertreter der nächsten Generation in die Firma ein — sie sollten das Unternehmen über Jahrzehnte prägen. Zur selben Zeit entstand am Dreiwässerkanal in Giswil eine moderne Kiesaufbereitungsanlage. Ein Schwimmbagger, importiert aus Mannheim und mittels sechs Bahnwagen in die Innerschweiz transportiert, holte das Material aus bis zu 30 m Tiefe aus dem Sarnersee. 1962 erwarb Paul Fanger 5170 m² Wiesland an der Schwerzbachstrasse — der Grundstein für den heutigen Werkhof.

1963 fuhr der erste Kran (36-t-Gittermastkran Coles Ranger) auf den Hof, 1967 der erste vollhydraulische Autokran. Ende der 1960er entstanden die ersten vorfabrizierten Elemente — die Geburtsstunde der Abteilung Elementtechnik. 1976 begann die Produktion von Unterführungselementen für SBB, Zentralbahn, Rhätische Bahn, Südostbahn, Matterhorn-Gotthard-Bahn, BLS und weitere — bis heute eine Kerndisziplin. 1969 trat Margret Fanger in die Firma ein; sie verantwortete über Jahre die Administration und die Krandisposition. 1970 entstand Werk I an der Schwerzbachstrasse.

Kies- und Betonwerk am Dreiwässerkanal in Giswil — Schwimmbagger, Kiesnauen und Entladekrananlage.
Schwimmbagger im Sarnersee — Material aus bis zu 30 m Tiefe. Der abgebildete Mohr ersetzte 1989 den gekenterten Ridinger.
1963 — Der 36-t-Gittermastkran Coles Ranger, der erste Kran von Fanger.
1967 — Coles Husky, der erste vollhydraulische Autokran mit 14 t Hubkraft.
1976 — Start Unterführungselemente für SBB, Zentralbahn, RhB & Co.
1962
Werkhof Schwerzbachstrasse erworben
1963
Erster Kran (Coles Ranger 36 t)
1976
Start Unterführungselemente für SBB & Co.
Kapitel 03
1980
bis 1999

Generationenwechsel und Wachstum

Tod des Gründers, Gründung der Fanger AG, Übernahmen — und die erste Recyclinganlage.

Nach seiner Bauzeichnerlehre begann Fredy Fanger 1977 die Maurerlehre bei Fanger — und trat damit in die Firma ein. Von da an war er, mit kurzem Unterbruch für die Bauführerschule Aarau, durchgehend im Betrieb. Wenige Monate nach seiner Rückkehr aus Aarau, am 17. August 1983, verstarb sein Vater Paul Fanger-von Moos überraschend im Alter von 65 Jahren. Die Familie übernahm die Verantwortung. Ein Erbteilungsvertrag, der unter allen Geschwistern und mit grosser Unterstützung der Mutter Irène Fanger-von Moos zustande kam, schuf die Grundlage für die neue Firmenstruktur: Am 27. Juni 1985 wurde die Fanger AG gegründet. Als Gründungsmitglieder verurkundet wurden Irène Fanger-von Moos, Paul Fanger-Staub, Ernst Fanger-von Hospenthal, Irène Berwert-Fanger, Margret Zumstein-Fanger und Alfred (Fredy) Fanger-Reinhard. Ernst Fanger amtete von der Gründung bis 2006 als Verwaltungsratspräsident — alle Aktionäre waren im operativen wie im strategischen Bereich tätig.

1989 wurde das Kies- und Betonwerk am Dreiwässerkanal ersetzt — es wird heute von unserer Partnerfirma Fanger Kies + Beton AG betrieben. 1990 feierte das Unternehmen 50 Jahre. 1994 entstand die erste Recyclinganlage — lange bevor Kreislaufwirtschaft Mainstream wurde. 1995 übernahm Fanger die Frey + Egle AG in Schötz und vergrösserte damit den Kranbetrieb deutlich. Ein Jahr darauf, 1996, verstarb Irène Fanger-von Moos — Mitgründerin der ersten Stunde und Gründungsmitglied der Fanger AG. Bereits 1980 war das Werkareal um 7’190 m² erweitert worden.

1977 — nach der Bauzeichnerlehre startet Fredy Fanger seine Maurerlehre bei Fanger. 1983 kehrt er nach der Bauführerschule zurück; wenige Monate später verstirbt sein Vater Paul Fanger-von Moos.
1986 — 7-Achs-350-t-Hydraulikkran Demag HC 1000.
1989 — Ersatz Betonwerk am Dreiwässerkanal.
1994 — Erste Recyclinganlage. Pioniertat lange vor der Kreislaufwirtschaft-Welle.
1990 — 50-Jahr-Jubiläum, gefeiert mit Belegschaft und Familie.
1995 — Übernahme der Frey + Egle AG in Schötz; Paul Frey jun. blieb der Firma erhalten.
1985
Gründung Fanger AG
1990
50-Jahr-Jubiläum
1994
Erste Recyclinganlage (Pioniertat)
Kapitel 04
2000
bis 2015

Modernisierung & Spezialisierung

Neues Elementwerk, EN-Zertifizierung, Holding-Struktur — Fanger wird zum Schweizer Spezialisten für anspruchsvolle Infrastrukturelemente.

2000 wuchs das Werkareal um 5’275 m², und Daniel Fanger, Sohn von Ernst Fanger, trat in die Firma ein. Dann entstand das neue Elementwerk in Etappen: 2002 Werk II Teil 1, 2004 der Neubau der Werkstatt, 2008 Werk II Teil 2. 2006 übernahm Fredy Fanger das Verwaltungsratspräsidium von seinem Bruder Ernst, der das Amt 21 Jahre innehatte — im selben Jahr wurde das Werk gemäss EN-Normen für Beton und Gesteinskörnungen zertifiziert. Erstmals wurden Schottertröge für die Rhätische Bahn produziert — der Beginn einer langjährigen Partnerschaft.

2010 wurde die Firmenstruktur in eine Holding mit Fanger Kran- und Kies-Gesellschaften überführt. 2012 zogen sich Paul, Ernst und Daniel Fanger zurück; das Unternehmen wurde als Familiengesellschaft weitergeführt. Im selben Jahr wurde das Kies- und Betonwerk am Dreiwässerkanal erneuert. Schon 2006 hatte ein Baurechtsvertrag mit Urs Degelo einen Lagerplatz von 4’601 m² gesichert, 2011 kam der 60-t-Portalkran dazu, 2014 folgten Baurechtsverträge mit der Korporation Sachseln über die Parzellen 2226 und 2227. 2014 übernahm André Steger die Geschäftsführung der Fanger Kies-Beton AG.

Am 6. März 2015 verstarb Paul Fanger jun. — über 50 Jahre prägte er die Firmengeschichte mit. Im Jubiläumsjahr 2015 ging im Elementwerk die neue Compactmix-Betonanlage in Betrieb, und die Realisierung von Werk 3 startete.

Vorfabrikation im Elementwerk — Spezialisierung auf anspruchsvolle Infrastrukturelemente.
1996 — Der damals grösste Hydraulikbagger der Zentralschweiz.
Erweiterung des Elementwerks — neue Lagerflächen entstehen.
2006 — Zertifizierung als Herstellerwerk für Beton & Gesteinskörnungen nach EN-Normen.
Fertige Unterführung — eine der vielen Realisationen für Schweizer Bahnen.
Achereggtunnel — exemplarisch für Fanger Spezialhubarbeiten.
2006
EN-Zertifizierung Beton & Gesteinskörnungen
2010
Holding-Struktur etabliert
2015
75-Jahr-Jubiläum
Kapitel 05
2016
bis heute

Dritte Generation

Werk III entsteht, die Nachfolge wird geregelt, und die dritte Generation übernimmt Verantwortung — mit CALTECO® als Innovations-Highlight.

2016 entstand Werk III und erweiterte die Produktionskapazität deutlich. 2021 übernahm Stephan Zehnder die Leitung Finanzen und trat in die Geschäftsleitung ein. 2022 wurden Fanger Kran und die Fanger Kies+Beton AG im Rahmen der Nachfolgeregelung veräussert — beide bleiben uns als Partnerfirmen eng verbunden. Mit dem Austritt von Margret Reich-Fanger 2022 und Irène Berwert-Fanger 2023 verabschiedeten sich die letzten Gründungsmitglieder der Fanger AG. 2023 traten Nino Fanger als Vertreter der dritten Generation und Markus Zemp als Geschäftsführer in die Geschäftsleitung ein, 2025 ging die neue 40-t-Portalkrananlage in Betrieb, 2026 folgte die Beteiligung von Nino, Mauro und Livio Fanger. Mit der Lancierung von CALTECO® — unserer CO2-reduzierten Beton-Rezeptur auf Basis des Calterra®-Zements von JURA Materials — startet 2026 ein neues Kapitel. Die Kombination aus 85+ Jahren Bautradition und konsequenter Innovation prägt den Weg in die nächsten Generationen.

Nino Fanger — 2023 als Vertreter der dritten Generation in die Geschäftsleitung eingetreten.
Werk Sachseln/Giswil heute — auf den Werkdächern wird Solarstrom produziert, teilweise durch externe Betreiber.
Luftaufnahme Kieswerk — Übersicht über das Werkareal.
Werk Schwerzbachstrasse, Sachseln/Giswil — Hauptsitz seit 1962. Drohnenaufnahme Mai 2026 mit Blick auf den Sarnersee.
Die Werkhallen mit der 692 kWp Solaranlage von BeNetz auf den Dächern.
2022
Fanger Kran und Kies+Beton werden Partnerfirmen
2023
Nino Fanger · 3. Generation in der GL
2026
CALTECO® — eigene CO2-reduzierte Beton-Rezeptur
Meilensteine

Die wichtigsten Stationen.

«Machen wir uns die Gründergedanken zu Nutze und verbinden Tradition mit Fortschritt — als Basis für hoffentlich weitere 75 erfolgreiche Jahre.»

Fredy Fanger-Reinhard, Vorwort 2015

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